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· 4 Min. Lesezeit

Ein Sicherheitssystem, verschiedene Roboter: Der neue Invelogy Patrol Backpack

Der neue Invelogy Patrol Backpack kombiniert ROS 2, eigene Sensorik und lokale KI. Er wurde auf Unitree Go2 und DEEP Robotics M20 getestet.

One Security System, Multiple Robots: Introducing the Invelogy Patrol Backpack

Was wäre, wenn wir die Roboterplattform austauschen könnten, ohne das gesamte Sicherheitssystem neu entwickeln zu müssen? Genau diesen Ansatz verfolgen wir mit unserem neuen Invelogy Patrol Backpack: einem modularen Aufbau, der Sensorik, Kommunikation und lokale KI-Verarbeitung in einer eigenständigen Einheit bündelt.

Bei autonomen Sicherheitsrundgängen kommt es nicht nur darauf an, wie sich ein Roboter fortbewegt. Entscheidend ist auch, welche Informationen er erfasst, wie er sie verarbeitet und wie er Sicherheitskräfte bei der Bewertung von Situationen unterstützt. Deshalb entwickeln wir die wesentlichen Sicherheitsfunktionen möglichst unabhängig von der Hardware eines einzelnen Roboterherstellers.

Warum wir uns nicht auf eine Plattform festlegen

Viele Robotiklösungen bauen auf den Kameras, Sensoren und Rechnern auf, die der Hersteller bereits in die Plattform integriert hat. Das vereinfacht manche Anwendungen, kann die Weiterentwicklung eines Sicherheitssystems jedoch einschränken.

Mit dem Invelogy Patrol Backpack verfolgen wir einen anderen Weg. Wir entwickeln die Sicherheitstechnik als eigenständige, wiederverwendbare Systemebene, die sich an unterschiedliche kompatible Roboterplattformen anpassen lässt.

So soll die Wahl des Roboters künftig stärker von den Anforderungen des Einsatzortes abhängen: etwa von der Geländegängigkeit, der Traglast oder den räumlichen Gegebenheiten. Die benötigten Sicherheitsfunktionen müssen dadurch nicht zwangsläufig an einen einzigen Hersteller gebunden sein.

ROS 2 als Grundlage für die Integration

Unsere Architektur basiert auf ROS 2 (Robot Operating System 2). Das Software-Ökosystem ermöglicht es, Sensoren, Komponenten und unterschiedliche Roboterplattformen über klar definierte Schnittstellen miteinander zu verbinden.

Dabei gilt: ROS-2-Unterstützung bedeutet nicht, dass jeder Roboter ohne Anpassungen sofort kompatibel ist. Mechanische Befestigung, Stromversorgung, Datenschnittstellen, Steuerung und Sicherheit müssen für jede Plattform geprüft und integriert werden.

Diesen Ansatz haben wir bereits mit Unitree Go2 und DEEP Robotics M20 getestet. Die Arbeit mit zwei unterschiedlichen Plattformen hilft uns, gemeinsame Komponenten zu standardisieren und gleichzeitig plattformspezifische Anforderungen zu erkennen.

Welche Technik steckt im Backpack?

Der Backpack bringt eigene Sensoren sowie Kommunikations- und Rechenkomponenten mit. Die zentralen Sicherheitsfunktionen hängen damit nicht ausschließlich von der serienmäßigen Ausstattung des Roboters ab.

  • LiDAR zur räumlichen Erfassung und Unterstützung der Orientierung.
  • Zwei Weitwinkelkameras mit jeweils 190° Sichtfeld zur visuellen Überwachung.
  • Wärmebildkamera zur Erfassung von Temperaturunterschieden und möglichen Auffälligkeiten.
  • Zwei-Wege-Audio für die Kommunikation zwischen Leitstelle und Personen in der Nähe des Roboters.
  • GNSS, WLAN und 5G für Ortung und Datenverbindung, abhängig von der Einsatzumgebung.
  • Sirene mit bis zu 98 dB und LED-Warnleuchte zur akustischen und optischen Signalisierung.
  • Zwei leistungsstarke Scheinwerfer zur Ausleuchtung des Einsatzbereichs.
  • Ein Pfeffergel-Modul als Bestandteil der aktiven Sicherheitsausstattung; ein Einsatz setzt die Einhaltung aller rechtlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben sowie eine autorisierte Bedienung voraus.
  • Lokale KI-Verarbeitung direkt auf dem Backpack.

Diese Komponenten sollen zusammenarbeiten, statt nur nebeneinander montiert zu sein. Ziel ist ein System, das während eines Rundgangs relevante Umgebungsdaten bereitstellt und bei der Einordnung von Ereignissen unterstützt.

KI-Verarbeitung direkt auf dem Roboter

In der Sicherheitstechnik spielt es eine wichtige Rolle, wo Daten ausgewertet werden. Deshalb ist unser System darauf ausgelegt, zentrale KI-Aufgaben lokal auf der Recheneinheit des Backpacks auszuführen.

Nicht jede Auswertung muss damit zwingend über einen externen Cloud-Dienst erfolgen. Das kann die Abhängigkeit von der Netzverbindung bei bestimmten Funktionen verringern und eine zeitnahe Ereigniserkennung unterstützen. Für die Überwachung durch Bedienpersonal, die Systemverwaltung und die Berichterstattung bleiben Datenverbindungen dennoch wichtig. Welche Erkennungsleistung in der Praxis erreicht wird, muss für die jeweilige Umgebung getestet werden.

Die Plattform kann wechseln. Die Sicherheitstechnik bleibt.

Ein großes Industriegelände stellt andere Anforderungen als ein verwinkelter Logistikstandort. Mal ist ein kompakter vierbeiniger Roboter sinnvoll, mal eine leistungsfähigere Plattform mit größerer Traglast.

Unser Ziel ist es, die Sicherheitstechnik weiterzuentwickeln, ohne sie für jede neue Roboterplattform vollständig neu aufzubauen. Damit können wir den mobilen Träger an die Umgebung anpassen und zugleich an einer einheitlichen Architektur für Sensorik, Kommunikation und KI festhalten.

Dieser Ansatz kann langfristig auch Wartung, Erweiterungen und den Wechsel auf neue Robotergenerationen erleichtern. Die notwendige technische Integration entfällt dadurch allerdings nicht.

Der nächste Entwicklungsschritt für Invelogy Patrol

Der neue Backpack ist ein weiterer Meilenstein für Invelogy Patrol. Wir testen die Architektur auf unterschiedlichen Plattformen, integrieren eigene Hardware und entwickeln die Funktionen für den praktischen Einsatz in der robotergestützten Objektsicherung weiter.

Entscheidend bleiben reale Tests. Erst sie zeigen, wie zuverlässig die einzelnen Komponenten unter den Bedingungen eines konkreten Standorts zusammenspielen.

Die Roboterplattform kann wechseln. Die Intelligenz bleibt bei Invelogy.

Sie interessieren sich für autonome Sicherheitsrundgänge auf einem Industrieareal, an einem Logistikstandort oder in einer anderen Liegenschaft? Wir sprechen gerne mit Ihnen über mögliche Einsatzszenarien.

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